Unser Urlaub in Korsika mit dem Camper war unsere erste Reise mit unserem 7 Monate alten Baby. Schnell wurde uns klar, dass das Reisen mit dem Camper so wie wir es gewohnt waren, nicht mehr funktionierte beziehungsweise wir auch Rücksicht auf unser Baby nehmen wollten. Das bedeutete für uns, mehr Zeit für die Anreisen einplanen sowie länger an einem Ort bleiben.
Mit der Fähre nach Korsika, mit dem Camper
Es gibt verschiedene Häfen, von denen man aus mit der Fähre nach Korsika abfahren kann. Die grössten sind Genua und Livorno. Da wir uns Mitte März noch komplett in der Nebensaison befinden, gab es nicht so viele Fähren und man sollte diese vorab buchen. Wir buchten über Corsica Ferries eine Fähre am Nachmittag sowie 2 Sitze zum etwas liegen. Diese kann ich empfehlen, da es in der Lounge ruhiger ist und man viel Platz hat. Corsica Ferries bietet auch für Kinder einen sehr grossen Spielbereich an. Auf dem Campingplatz Villagio Miramare, kann man die Nacht vorher verbringen, da der Platz nur 15 Minuten vom Hafen entfernt liegt. Reservierung ist unbedingt im Voraus notwendig. Die Überfahrt dauert 5 Stunden von Livorno bis nach Bastia.


Campingplätze in Korsika im März
Unsere Fähre traf am Abend in Bastia ein. Die Stadt machte auf uns einen sehr schönen und hübschen Eindruck und wir planen hier erneut herzukommen. Für uns ging es allerdings direkt weiter mit dem Camper an die Ostküste von Korsika. Schon am ersten Abend mussten wir feststellen, dass fast alle Campingplätze auf der Insel im März noch geschlossen sind. Ich empfehle die Campingplätze vorher zu kontaktieren. Wir wurden jedoch spontan auf dem Campingplatz Camping Marina di Casinca aufgenommen und verbrachten dort ganz allein 2 erste ruhige Nächte. Per Fuss erreicht man innerhalb von 3 Minuten den schönen weiten Sandstrand für ausgedehnte Spaziergänge. In den Flüssen rundum den Campingplatz tummeln sich viele Wasserschildkröten.


Westküste von Korsika mit dem Camper
Für uns war klar, wir wollten weiter an die wilde und steile Westküste von Korsika. Während unserem Urlaub in Korsika mit dem Camper suchten wir das Abenteuer. Das fanden wir schnell auf den engen und kurvenreichen Pässen Richtung Porto. Die Hafenstadt empfing uns verschlafen. In der Hauptsaison wird es hier von Touristen wimmeln. Bootstouren zu den Calanches de Piana, den spektakulären Felsformationen entlang des Meeres, sind hier besonders gefragt. Für grosse Camper sind die Strassen zu Hafen Marine de Porto nicht zugelassen. Wir verbrachten unsere erste Nacht direkt an der Promenade am Meer. Die zweite Nacht schliefen wir auf dem Campingplatz Sole de Vista. Der Platz war eigentlich noch nicht geöffnet, aber man konnte sich telefonisch anmelden und kostenfrei dort übernachten sowie die sanitären Anlagen benutzen.


Wanderungen an der Westküste von Korsika
Calanches de Piana – Felsformationen an der Küste
Am nächsten Tag fuhren wir zu den Calanches de Piana. Von verschiedenen Parkplätzen entlang der Hauptstrasse D81 von Porto in Richtung Süden gelangt man zu den Ausgangspunkten der Wanderungen mit verschiedenen Längen und Schwierigkeiten. Schon allein die Fahrt auf der D81 ist sehr beeindruckend. Vom Parkplatz Stade de Muncipal, von dem man in der Hauptsaison auch Quad Touren machen kann, entschieden wir uns für den kinderfreundlichen Wanderweg Ancien Chemin des Muletiers. Wir wurden mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Felsen und das Meer belohnt. Der Weg kann als Rundweg zurück auf der Hauptstrasse gemacht werden. Während der Hauptsaison und bei viel Verkehr, würde ich dies allerdings nicht empfehlen.


Pointe de La Parata – Küstenwanderung auf der Halbinsel Parata
Unsere Fahrt mit dem Camper durch Korsika ging an der Westküste weiter in Richtung der Hauptstadt Ajaccio. Für Interessierte, in Ajaccio befindet sich das Geburtshaus von Napoleon Bonaparte sowie ein Museum über seine Geschichte. Für uns ging es allerdings ein Stück weiter ausserhalb der Stadt zur Halbinsel Parata. Der Ort gehört zu den 47 Grands Sites des France. Sehenswürdigkeiten, die Frankreich auszeichnen. Am Pointe le Parata kann man mehre kleine Wanderung rund um die Halbinsel machen. Für Botaniker und Vogelfreunde ein Muss, für alle anderen wunderschöne Ausblicke auf die Inseln und Buchten drumherum.


Strände an der Westküste von Korsika
Eine Fahrt von Ajaccio in Richtung Süden immer der Küste entlang und fernab der Hauptstrasse lohnt sich auf jeden Fall. Traumhafte Buchten und schöne Strände mit kristallklarem Wasser. In der Nebensaison findet man hier viele schöne, ruhige Plätze. Am Plage de Capu Laurosu kann man schön spazieren und im Sommer baden. Wer es etwas aufregender mag, kann weiter südlich von der Hauptstrasse T40 zum Plage de Roccapina wandern. Auch mit einem Geländewagen ist die Strasse befahrbar. Von der T40 aus hat man auf den Strand aber auch eine wahnsinnige Aussicht.


Strände an der Ostküste von Korsika
Unser Weg führte uns weiter in den Osten von Korsika nach Porto-Vecchio. Wir verbrachten ein paar ruhige Tage auf einer Farm am Meer. Camping à la Ferme U Paradisu ist etwas für alle, die Ruhe und kein WLAN suchen. Einfache Toiletten und Duschen und für Kinder jede Menge zu entdecken. Schafe, Katzen und Hunden sagen täglich guten Morgen und laufen direkt über den Platz. Die Pferde und Esel wecken einen am Morgen sanft.
Von der Farm aus besuchten wir den Ort Porto-Vecchio und fanden in kleinen Läden leckere Spezialitäten aus Korsika. Ganz in der Nähe befinden sich die Traumstrände Plage de Palombaggia und der Folacca Beach. Wir hatten an den Tagen leider graue Wolken aber bei schönem Wetter sehen die Strände sogar noch paradiesischer aus.


Bonifacio – der Süden in Korsika
Unsere letzte Station in Korsika war Bonifacio. Über Airbnb buchten wir eine typische Wohnung in der Altstadt, welche direkt an den Klippen am Meer lag. Eine Wohnung in der 4. Etage und der Parkplatz im unteren Teil der Stadt. Wer solch eine Erfahrung über Airbnb machen möchte, muss wissen, dass dies viel Geschleppe des Gepäcks bedeutet und viel hin und her Gelaufe. Parken vor der Wohnung war bedauerlicherweise nicht möglich. Dafür wurden wir mit einem traumhaften Ausblick auf das Meer und die umliegenden Kalksteinfelsen belohnt und waren direkt im Zentrum der Stadt.
Bonifacio kann sehr gut per Fuss erkundet werden. Mit Baby sollte man eher auf eine Trage als auf den Kinderwagen zurückgreifen.
Es gibt viele kleine Gassen mit Restaurants und bunten Geschäften zu erkunden. Zu empfehlen ist das Restaurant Maison Doria mit typischen Gerichten aus Korsika. Besonders beeindruckend in Bonifacio sind die mittelalterliche Zitadelle; die Stadtmauer auf der man rund um die Stadt gehen kann; die Treppe des Königs von Aragon (L’Escalier du Roi d’Aragon), bestehend aus 187 Stufen die in den Kalksteinfelsen geschnitten sind sowie der moderne Hafen mit seinen Bars und Restaurants.
Weiterhin haben wir eine kleine Wanderung entlang der Klippen gemacht. Von dort aus hat man eine fantastische Aussicht auf die Stadt, die sich dramatisch auf dem Felsen darstellt.


Fähre von Korsika nach Sardinien
Unser Urlaub in Korsika mit dem Camper endete nach 2 Wochen und für uns ging es weiter nach Sardinien. Die Überfahrt dauert nur eine Stunde und wir verbrachten 2 weitere Wochen in Sardinien.
Fazit
Urlaub in Korsika mit dem Camper in der Nebensaison lohnt sich definitiv. Wer Ruhe sucht, nicht immer auf Campingplätze angewiesen ist und keine zu hohen Temperaturen erwartet, sollte unbedingt im März und April auf die Reise gehen. Ostern ist in Korsika ein sehr wichtiger Feiertag und wer die Möglichkeit hat, sollte sich an Karfreitag am Abend auf die Strassen begeben und die Festlichkeiten mitverfolgen.
Auch mit Baby ist Korsika gut zu bereisen. Die Franzosen sind sehr kinderfreundlich, es gibt viele Spielplätze und Aktivitäten für Kinder.
Verreist du auch gerne in der Nebensaison? Wenn ja, wo hin genau? Schreib es mir in die Kommentare!

Ein Kommentar zu “Korsika mit dem Camper: Tipps für die Nebensaison”