Diese Reise haben wir noch ohne Kinder unternommen. Viele der Ausflüge und Sehenswürdigkeiten eignen sich aber auch wunderbar für Familien – mit ein paar kleinen Anpassungen und zusätzlicher Zeit. Deshalb habe ich euch hier auch einige Extra-Tipps für Reisen mit Kindern zusammengestellt.
• bei dieser Reise war ich schwanger, daher eignet sie sich auch gut als Familie
• Caminito del Rey Wanderung: Der Zutritt für Kinder unter 8 Jahren ist nicht gestattet. Besucher über 8 und unter 18 Jahren müssen von einem Erwachsenen begleitet werden und einen Altersnachweis vorlegen
• plant etwas mehr Zeit ein, wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, besonders für die An – und Abreise
Um in den südlichsten Teil Spaniens zu gelangen, fuhren wir mit dem Wohnmobil nach Andalusien innerhalb von zwei Tagen. Wir legten die Strecke wie folgt zurück:
- 1. Tag: Zürich bis Santa Cristina d’Aro, 1’056 km, Fahrtzeit 10.5h
- 2. Tag: Santa Cristina d’Aro bis Guadix, 900 km, Fahrtzeit 9h
Wir haben uns bewusst dafür entschieden, mehrere Stunden an zwei ganzen Tagen zu fahren, um die nächsten zwei Wochen mit dem Camper in Andalusien voll und ganz geniessen zu können.
Höhlenwohnungen in Guadix
Der kleine Ort Guadix in der Nähe von Granada, ist für seine unzähligen Höhlenwohnungen bekannt. Die Stadt sowie das umliegende Land sind durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Auf einem grossen Parkplatz mitten im Ort konnten wir für zwei Nächte gratis übernachten. Nicht gerade schön, dafür super zentral und natürlich günstig. Den ersten Abend starteten wir noch ziemlich ruhig und genossen unsere ersten richtigen spanischen Tapas, die sich natürlich niemand entgehen lassen sollte, und schlenderten durch die ruhigen Gassen der Altstadt.
Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg in die höher gelegen Regionen der Stadt, wo sich die circa 2’000 Höhlenwohnungen aus Kalktuff und Lössgestein befinden. Im Ortsmuseum Centro de Interpretacion – Cueva Museo, liessen wir uns beeindruckend erklären, wie die Höhlen erbaut wurden und wie darin gelebt wurde, beziehungsweise immer noch gelebt wird. Heutzutage sind die meisten Höhlen mit fliessendem Wasser sowie Elektrizität ausgestattet. Sogar heutzutage können die Höhlen noch gekauft werden. Eine einfache Höhle kostet um die CHF 80’000. Viele Bewohner haben sich den Tourismus zunutze gemacht, und für ein paar Euro kann man sich Ihre Höhlenwohnungen ganz genau von Innen anschauen. Auch die Terrassen sind teilweise betretbar, von denen man eine atemberaubende Aussicht auf die vielen kleinen weissen Hauseingänge der Stadt Guadix hat.


Granada – UNESCO-Weltkulturerbe Stadtburg Alhambra
Auf unserer Reise mit dem Wohnmobil durch Andalusien, durfte Granada sowie das UNESCO-Weltkulturerbe der Alhambra auf keinen Fall fehlen. Von Guadix war es eine kurze Fahrt von nur 45 Minuten, bis wir unseren Campingplatz „Camping Reina Isabel“ erreichten. Wir hatten Glück und bekamen einen der letzten verfügbaren Plätze.
Da wir nur wenige Tage in Granada eingeplant hatten, wollten wir auch direkt Tickets für die Stadtburg Alhambra online kaufen. Hier hatten wir weniger Glück und wir können schon vorab sagen: Wer einen Besuch in Granada plant, sollte die Unterkunft sowie Tickets für die Alhambra rechtzeitig online buchen. Vor Ort können an der Alhambra keine Tickets gekauft werden und teilweise muss man mehrere Tage einplanen und warten, bis es verfügbare Tickets gibt.
Über den Touranbieter „Play Granada“ konnten wir eine geführte Tour buchen. Diese kostete natürlich etwas mehr als ein einfacher Eintritt. Die prächtigen Paläste und Gärten in der Alhambra bezeugen eine Zeit, in der die Muslime Teile Spaniens beherrschten. Zwischen 711 und 1492 regierten Muslime Andalusien, das damalige al-Andalus. Nicht nur die Alhambra zeugt von dieser Zeit. In Andalusien findet man heute noch sehr viele arabische Einschläge, z.B. in verschiedenen Teestuben. Der Mix zwischen arabischer Geschichte und den spanischen Traditionen machen Andalusien sehr aufregen und interessant.
Wer also etwas mehr Zeit in Granada zur Verfügung hat, sollte sich einen kleinen Rundgang durch die Stadt nicht entgehen lassen. Besonders beeindruckend ist die Basilica de San Juan. Die römisch-katholische Barockkirche wurde im 18. Jahrhundert erbaut und besticht durch wirklich atemberaubende Einrichtung, mit Prunk und Glanz. Von Aussen ist dies nicht ersichtlich und der 7 Euro Eintritt inklusive Audiguide und einem virtuellen Rundgang mit einer VR-Brille, lohnt allemal.


Caminito del Rey – der gefährlichste Weg der Welt
Unsere Reise mit dem Camper durch Andalusien führte uns von Granada weiter in den kleinen unscheinbaren Ort Ardales. Wir erreichten unseren Campingplatz „Camping Parque Ardales“ in circa zwei Stunden Autofahrt. Ardales ist der Ausgangspunkt für einer der bekanntesten Wanderungen Spaniens, dem Caminito del Rey. Der Weg galt in früheren Jahren als der gefährlichste Weg der Welt, wurde in den letzten Jahren jedoch so ausgebaut, dass es für jeden Abenteurer sicher und einfach zu begehen ist.
Unser Campingplatz war wunderschön gelegen unter grossen grünen Pinienbäumen und einem kleinen See, in dem man auch baden durfte. Diese Ruhe in der Natur tat uns richtig gut und wir genossen unser tägliches Frühstück inmitten von saftigem Grün und Vogelgezwitscher.
Für die Wanderung für den Caminito del Rey benötigt man ein Ticket. Auch hier empfehle ich rechtzeitig Tickets zu kaufen, da der Weg nur für eine begrenzte Anzahl Personen am Tag freigegeben ist. Es gibt bei dem Ticketkauf die Möglichkeit den Weg alleine zu bestreiten oder in einer geführten Gruppe inklusive Headset und vielen Informationen rund um die Wanderung.
Von unserem Campingplatz aus gingen wir circa 15 Minuten der Hauptstrasse entlang, bis wir zu einem Tunnel gelangten, welcher uns zu dem Eingang des Caminito del Rey führte.
Da auch die Einzeleintritte bereits ausverkauft waren, ging es für uns mit einer Gruppe und dem Guide auf die Wanderung. Wir bekamen Helme als Schutz sowie ein Headset, um alle Informationen vom Guide richtig verstehen zu können, während des 3 km langen Weges. Der Wanderweg ist sehr gut ausgebaut. Man hat viel Platz und Möglichkeiten, sich überall festzuhalten. Die Wege sind gesichert und so auch für Kinder ab 8 Jahren gut zugänglich. Auch für mich als Schwangere im 5. Monat war die Wanderung mit vielen Sitzmöglichkeiten zwischendurch gut zu meistern. Man muss allerdings wissen, dass es nirgendwo Toiletten gibt ausser am Anfang und Ende des Caminito del Rey. Wir gingen entlang an tiefen Schluchten und über wacklige Hängebrücken.
Definitiv ist die Wanderung nichts für Leute mit Höhenangst. Immer wieder sahen wir die Überreste des alten Wanderweges, wobei uns klar wurde, warum er einst als der gefährlichste Weg der Welt galt. Die Wanderung ist absolut zu empfehlen und etwas für Abenteurer, die die schöne und weite der Natur erkunden wollen.


Olvera, Setenil und Ronda – die weissen Dörfer von Andalusien
Olvera, Setenil und Ronda sind nur drei der unzähligen weissen Dörfer, die sich in Andalusien befinden. Die Dörfer erstrahlen mit weissen Hausfassaden, bunten Blumen an den Fenstern und vielen kleinen verwinkelten Gassen, in denen man viele kleine Läden zum Entdecken findet.
Olvera
Den Ort Olvera erreicht man von Ardales aus in circa 1.5h. Olvera ist wunderschön auf einem Hügel gelegen und schon von weitem kann man die Burgruine sowie Pfarrkirche sehen. Die Kirche war bei unserer Ankunft leider verschlossen, aber von der Burg daneben hat man eine atemberaubende Aussicht auf Olvera, die Kirche und die umliegenden grünen Felder mit den Ölbäumen. Wer noch eine weitere herausragende Aussicht auf Olvera sucht, sollte sich zum Plaza Andalucia begeben und dort die kleine Steintreppe bis nach oben verfolgen.


Setenil
Noch am selben Tag ging unsere Fahrt weiter in das 20 Minuten entfernte Setenil de las Bodegas, wo wir auch eine Nacht auf dem Campingplatz verbrachten. Unser Campingplatz Casas Rurales el Nogalejo Setenil* liegt etwas ausserhalb des Ortes, ruhig gelegen inmitten grüner Felder. Ein schöner grosser Pool, ein sehr gutes Restaurant sowie Bungalows und Blockhütten sind auch verfügbar. In dem Ort Setenil ist es nur ein kurzer Fussmarsch von circa 20 Minuten.
Anders als Olvera liegt Setenil nicht auf einem hohen Felsen. Die Einwohner von Setenil gruben sich Höhlen und bauten Ihre Häuser unter Felsüberhänge. Die Häuser darunter und die Felsformationen sind wirklich beeindruckend und man wundert sich, wie viel Arbeit in den Bau des Ortes gesteckt haben muss. Es lohnt sich wirklich, alle kleinen Gassen zu erkunden und sich die Zeit zu nehmen, auch auf die umliegenden Hänge etwas höher hinauszulaufen; die Sicht von dort oben ist fantastisch.


Ronda
Am nächsten Tag ging es für uns weiter zu dem wohl bekanntesten und grössten weissen Dorf in Andalusien. Von Setenil aus sind es lediglich 20 Minuten Fahrtzeit. Unser Campingplatz El Sur liegt 3,5 km entfernt ausserhalb von Ronda. Es gibt einen schönen Fussweg entlang der Felder und der Altstadt, man muss sich jedoch bewusst sein, viel laufen zu müssen. Für mich, im 6. Monat schwanger, war dies jedoch noch zu meistern.
Ronda liegt spektakulär an einer Schlucht, mit atemberaubender Aussicht. Die Innenstadt glänzt mit schönen Parkanlagen, leckeren Restaurants sowie der Stierkampf Arena, welche man besichtigen kann. Wie in vielen Orten in Spanien, finden auch heute noch viele Stierkämpfe statt. Die Tickets sind teuer und müssen lange im Vorraus gebucht werden. Für uns kommt so ein Besuch jedoch nicht infrage und wir besichtigten lediglich die Arena sowie das angrenzende Museum.


Marbella, Costa del Sol – Glamour und Idylle
Marbella ist besonders bekannt für teure Hotels und Restaurants, extravagante Bars und Clubs sowie Treffpunkt für Millionäre. Wer ein bisschen tiefer in die Geschichte der Stadt eintauchen möchte, fernab von Prunk und Glamour, begibt sich am besten in die Altstadt. Die vielen bunten Gassen laden zum Verweilen ein und man kann das aufregende Treiben der Einheimischen beobachten. Ein Spaziergang entlang der Fussmeile am Meer lohnt sich trotzdem, um die schönen Strände, Hotels und den Hafen zu besichtigen. Für uns war Marbella nur ein Zwischenstopp, denn wir hatten für die zweite Woche in Andalusien eine Unterkunft gebucht, um nochmal richtig zu entspannen und uns verwöhnen zu lassen.


Eine Woche Strand und Erholung in Marbella
Eine 15-minütige Fahrt von Marbella entfernt lag unsere Unterkunft in Puerto Banus. Die zweite Woche in Andalusien verbrachten wir in der Banus Lodge*. Ein voll ausgestattetes Apartment, inmitten schöner Gärten, mit einem Aussenpool und nur 100 m vom Meer entfernt. Ein kleines Paradies zum Wohlfühlen und Entspannen, mit einer Poolbar, an der man sich selbst bedienen konnte. Wer sich fernab von Touristen aufhalten möchte, ist hier genau richtig. In der Umgebung gibt es zahlreiche Restaurants, in denen man sich verwöhnen lassen kann; auch ein Ausflug in den kleinen Ort Puerto Banus ist zu Fuss zu empfehlen. Anfang April ist das Wetter sehr angenehm warm. Das Meer noch sehr frisch, aber wir wagten trotzdem den Sprung in das kühle Nass.


Fazit
Auch wenn die Anreise nach Andalusien etwas länger dauert, lohnt sie sich doch allemal. Egal, was man sucht, ob Natur und Ruhe, das Abenteuer oder Erholung am Meer und gutes Essen. All dies vereint Andalusien. Gepaart mit viel Geschichte und Tradition und der Lebensfreude der Einheimischen, ist Andalusien in Spanien ein atemberaubendes Land.
Warst du schon in anderen Teilen in Spanien, wenn ja, wo genau? Schreib es mir in die Kommentare!

Super!