Unser Sardinien Urlaub starte mit der Überfahrt mit der Fähre von Korsika aus. Den Beitrag über unseren Urlaub in Korsika mit dem Camper findest du hier. Die Überfahrt von Bastia in Korsika nach Santa Teresa in Sardinien dauert nur 1 Stunde. Unser zweiwöchiger Sardinien Urlaub an der Ostküste mit unserem VW Camper und unserem 7 Monate alten Baby konnte somit starten.
Costa Smeralda – reich und schön
Die ersten Tage unseres Sardinien Urlaubs verbrachten wir an der Costa Smeralda. Dieser Küstenabschnitt im Nordosten ist vor allem für seine karibischen Traumstrände bekannt. Der Ort Porto Cervo ist sehr beliebt bei der High Society. Wir übernachteten mit unserem Camperbus auf dem Campin Village Cugnana*. Wie auch schon in Korsika, befanden wir uns mit Anfang April noch in der Nebensaison und viele der Campingplätze waren geschlossen. In Cugnana wurden wir trotzdem aufgenommen und waren dort die einzigen Camper. Restaurant, Markt und Pool waren geschlossen, aber wir durften die sanitären Anlagen und Strom nutzen.
Von Cugnana aus machten wir Tagesausflüge. Ein besonderes Highlight waren dabei die Strände rund um Capriccioli. Feine Sandstrände und kristallklares Wasser. Da kommt wirklich Karibik Feeling auf.
Weiterhin besuchten wir den Ort Porto Rotondo. In der Nebensaison sehr idyllisch und wir machten einen gemütlichen Spaziergang an dem hübschen Hafen und assen leckere italienische Pizza im Restaurant.


Traumstrände an der Ostküste Sardiniens
Unsere Fahrt ging weiter südlich zum Capo Coda Cavallo. Wir übernachteten auf einem Parkplatz am Strand Spiaggia delle Farfalle. Ein wundervoller Ort und ein noch schönerer Strand. Wir waren am Abend und am Morgen allein an dem Strand und verbrachten eine ruhige Nacht ohne weitere Camper. Unser Kaffee am Morgen hat nirgendwo besser geschmeckt als an diesem einsamen Strand mit Blick auf das Meer.
Weiter südlich befindet sich laut unserem Reiseführer von Lonely Plane ein weiterer Top 10 Strand Sardiniens. Auch der La Cinta Beach besticht durch seine beeindruckende Farbe und einem sehr langen breiten Sandstrand. Hier waren deutlich mehr Touristen zu finden und im Sommer werden sich hier sicherlich noch mehr tummeln.


Wanderung zur tiefsten Schlucht Europas – Gola Gorropu
Für uns ging es weg vom Strand und weiter in das Landesinnere. Auf einer kurvenreichen Strasse fuhren wir hoch in das Supramonte Gebirge, denn dort wollten wir zur tiefsten Schlucht Europas, die Gola Gorropu wandern. Unser Campingplatz Camping Silana lag inmitten des Gebirges. Sehr schlicht, aber mit einem Sonnenaufgang am Morgen, von dem man nur träumen mag.


Wanderoptionen
- Start am Campo Base Gorropu. Von dort kann ein Jeep gebucht werden, der einen 5,1 km in das Tal fährt. Fahrtzeit 30 Minuten. Von dort aus wandert man 2,8 km zum Anfang der Schlucht. Wanderzeit 1 Stunde. Vom Anfang der Schlucht läuft man weitere 1 km in die Schlucht hinein. Circa 30 Minuten für den einfachen Teil. Der Rückweg ist der gleiche. Zeit insgesamt ohne Pausen: 4-5h
- Start-Parkplatz Ghenna Silana. Von dort aus wandert man 4 km bis zum Anfang der Schlucht bergab. Vom Anfang der Schlucht läuft man weitere 1 km in die Schlucht hinein. Circa 30 Minuten für den einfachen Teil. Der Rückweg ist der gleiche oder man kann einen Jeep buchen, der einen bis zum Campo Base Gorropu Parkplatz oder dem Ghenna Silana Parkplatz fährt.


Unsere Wanderung
Da wir mit Baby unterwegs waren, entschieden wir uns für die 1. Variante. Wir hatten unser Baby in der Trage und uns wurde versichert extra langsam zu fahren (5 km/h). Die Kosten für hin und zurück betrugen 50.00 Euro. Die Fahrt war holprig, entlang der Klippen, mit einer fantastischen Aussicht auf das umliegende Gebirge. Der Jeep brachte uns zum Monte Orrubio, von wo wir unsere Wanderung starteten. Der Weg ging auf und ab über viel Geröll, aber immer wieder schattigen Plätzen. Der letzte Teil bis zum Anfang der Schlucht bedarf ein wenig Kletterei über grössere Felsen.
Am Anfang der Schlucht zahlt man weitere 6 Euro pro Person, welche nur Bar bezahlt werden können.
Im Inneren der Gola Gorropu wird der Weg in 3 Abschnitte eingeteilt. Grün für Wanderer, danach Gelb für erfahrene Wanderer und danach in den roten Abschnitt, der nur mit einem Guide betreten werden darf. Wir gingen bis zur Mitte des gelben Abschnittes und bis dahin war es schon nicht sehr einfach. Auch ohne Baby, trotz Wander- und Klettererfahrung, hatte ich gut zu tun über die grossen Felsbrocken zu steigen. Einen richtigen Weg gab es in der Schlucht nicht mehr, aber viele Markierungen zeigten den „einfacheren“ Zugang. Die Schlucht sah gewaltig aus und die hohen Kalksteinwände sind sehr eindrucksvoll. Am Eingang (gleichzeitig der Ausgang) der Schlucht kann man sich auf dem Rückweg in erfrischenden Wasserbecken abkühlen und eine Pause machen, bevor man den Rückweg antritt.


Costa Rei – die Königsküste
Costa Rei bedeutet übersetzt die Königsküste. Hier verbrachten wir die letzten 5 Nächte auf dem Campingplatz Villagio Camping Capo Ferrato*. Nachdem wir nun 2 Wochen in Korsika unterwegs waren und eine Woche in Sardinien, wollten wir die letzten Tage ruhig am Strand ausklingen lassen. Der 8 km lange weisse Sandstrand mit seinem funkelnden blauen Wasser war der perfekte Ort dafür. Spaziergänge am mehr oder in den nahe gelegenen Ort, sowie tägliches Baden gehörten zu unseren Hauptaktivitäten. Der Strand der Costa Rei eignet sich auch ideal für Wassersport. Wir sahen viele Stand-up-Paddler oder Kitesurfer vor Ort. Unser Campingplatz war ideal für Familien und es gab alles was man benötigte. Ein Restaurant, einen Supermarkt mit vielen regionalen Leckereien, einen grossen Spielplatz, sogar Bäder für Babys und Kinder.


Villasimius – Wanderung zum Capo Carbonara
Unseren letzten Ausflug in unserem Sardinien Urlaub machten wir von Costa Rei aus nach Villasimius. Der Ort Villasimius ist sehr idyllisch und man findet viele kleine Restaurants und Läden zum Verweilen. Unsere Fahrt ging jedoch weiter zum Strand Capo Carbonara, wo wir uns kurzerhand dazu entschlossen eine Wanderung zum Capo Carbonara zu machen. In der Trage ist die Wanderung auch mit Baby einfach zu bewältigen. Wir wurden belohnt mit wundervollen Ausblicken auf das Meer und die vielen weissen Sandstrände.


Mit der Fähre zurück aufs Festland
Unser zweiwöchiger Sardinien Urlaub endetet mit einer längeren Fahrt von Süden von Costa Rei, hoch in den Norden nach Porto Torres von wo wir die Fähre von Mobylines über Nacht nach Genua zurücknahmen. 12h dauert die Überfahrt. Wir hatten eine Kabine ohne Fenster, aber mit sehr bequemen Betten. An Board findet man alles, was man für eine nächtliche Überfahrt benötigt. Frühstück und Abendessen kann dazu gebucht oder direkt vor Ort gekauft werden.
Fazit
Unser zweiwöchiger Sardinien-Urlaub mit dem VW Camper und unserem Baby an der Ostküste war ein unvergessliches Erlebnis. Die Mischung aus atemberaubender Natur, entspannten Strandtagen und kleinen Abenteuern machte diese Reise zu etwas ganz Besonderem.
Hast du schon Inseln in Italien bereist? Schreib es mir in die Kommentare!
