Diese Reise haben wir noch ohne Kinder unternommen. Viele der Ausflüge und Sehenswürdigkeiten eignen sich aber auch wunderbar für Familien – mit ein paar kleinen Anpassungen und zusätzlicher Zeit. Deshalb habe ich euch hier auch einige Extra-Tipps für Reisen mit Kindern zusammengestellt.
• reist vermehrt mit dem Zug als mit dem Bus oder mietet euch ein Auto um flexibler und schneller unterwegs zu sein
• in allen Städten in Frankreich hat es tolle Angebote für Familien
• plant etwas mehr Zeit ein, wenn ihr mit Kindern unterwegs seid
Die Frankreich Rundreise mit dem Backpack war tatsächlich meine aller Erste Reise alleine. Als absoluter Frankreich Fan, stand sehr viel auf meiner Wunschliste. Mit Bus, Bahn und per Mitfahrgelegenhet ging es mit dem Rucksack durch Frankreich.
Lyon – Kunst und Geschichte
Mein Bus von Zürich nach Lyon dauerte ca. 6 Stunden. Mit der Metro ging es dann zum Hostel*. Ein sehr schickes, modernes und sauberes Hostel. Nach einer kurzen Jogging Runde, wollte ich direkt den ersten Abend nutzen und habe mir die hübsche Bartholdi Fontäne mit den Pferden angesehen, bin an der Oper vorbeigeschlendert und war etwas essen. Am nächsten Morgen lief ich die ganze Stadt per Fuss ab. Wenn man alleine reist, hat man plötzlich ganz viel Zeit und kann alles in Ruhe erkunden. Die Altstadt von Lyon ist wirklich sehr schön. Viele verwinkelte Gassen und sogenannte Traboulé, Durchgänge durch Wohnhäuser, bei denen man von einer Strasse plötzlich in einer ganz anderen rauskommt. Man läuft also einfach in eine Haustür rein. Mein Reiseführer von Lonely Planet verriet mir glücklicherweise die richtige Hausnummer. Danach ging es in die St. Johann Kathedrale und anschliessend hoch nach oben zur Basilika de Fourvière. Wunderschön! Ich schlenderte an den vielen schönen Schaufenstern mit feinen Küchlein und Pasteten vorbei und besichtigte die Neustadt mit eindrucksvollen Gebäuden. Ich besuchte einen Markt, den ich mir so vorstellte wie in Asien, der dann doch sehr luxuriös war und viele leckere Sachen bereithielt. Zum Schluss ging ich dann in das Museum Beaux-Arts de Lyon. Das Museum birgt Frankreichs schönste Sammlung von Skulpturen und Gemälden aller Epochen. Monet und Picasso waren natürlich auch dabei.


Die Côte d’Azur – Nizza und Monaco
Die 7-stündige Busfahrt vom Rhonetal zur Côte d‘Azur war traumhaft. Weite grosse Felder von Weinreben und je näher man an das Meer kam, hatte man eine fantastische Aussicht. Mein Hostel ist etwas älter, die Besucher dafür umso jünger. Ich machte mich nach meiner Ankunft in Nizza direkt auf zum Meer und erkundete die Altstadt. Der Strand von Nizza ist sehr bekannt und daher sehr überlaufen. Er besteht nur aus Kies und Steinen, aber das Meer ist herrlich frisch. Am nächsten Morgen machte ich mich von Nizza auf den Weg nach Monaco für einen Tagesausflug. Monaco erreicht man prima in 30 Minuten mit einem Bus, der an der Küste entlangfährt. Luxus und Prunk, wo man nur hinschaut. Das bekannte Casino in Monte-Carlo war sehr beeindruckend. Und wer kennt nicht das bekannte Rooooobbbbeeerrrttt. Auch Familie Geissens ist vor Ort und parkte Ihre Yacht im Hafen von Monaco. Ich konnte bis an das Boot rangehen, aber habe leider niemanden gesehen.


Cannes und Antibes
Mit dem Zug von Nizza aus ging es für einen Tag nach Cannes und Antibes. Zuerst gab es wieder ein pain au chocolat. Die schmecken einfach zu gut. Mein erster halt war in Cannes. Bekannt für die berühmten Filmfestspiele Cannes. Hier, wo sich Stars und Sternchen treffen, habe ich auch ein Selfie geschossen. Eher sehr unspektakulär und es war gerade ein anderes Event im Gange. Persönlichkeiten haben sich hier im Boden auch mit Handabdrücken verewigt. Eigentlich wollte ich gerne auf eine der Inseln vor Cannes, aber die kleine Fähre war mir dann mit 17 Euro doch zu viel. Von der Altstadt aus hatte ich jedoch eine tolle Aussicht auf Cannes. Ich liebe die Altstädte hier während meiner Frankreich Rundreise. Viele kleine verwinkelte Gassen und Geschäfte, super schön!
Es gab ziemlich viele Hüte Verkäufer hier, man soll wohl mit der High Society mithalten können. Chanel, Prada, Armani, Yachten, teure Hotels und noch teurere Autos sowie private Strandabschnitte für die Reichen und Schönen. Darunter dann die Touristen, die alles bestaunen und fotografieren. So wie ich!
Danach ging es mit dem Zug zurück nach Antibes. Antibes war viel ruhiger und weniger touristisch. Ich schlenderte durch die Stadt und sah ein paar Franzosen zu, wie sie Boule spielten. Eigentlich wollte ich in das Museum von Picasso. Das hat ausgerechnet montags geschlossen.


Hyères – Tauchen mit Zackenbarschen
Mit dem Zug ging es während meiner Frankreich Rundreise weiter in den Ort Hyères. Leider gibt es hier keine Hostels und eine Übernachtung kostet mich stolze 50 Euro, aber ich wollte unbedingt tauchen gehen. Dafür habe ich mein eigenes Apartment mit Meerblick, was natürlich super ist. Jeremy, der Manager der Tauchschule Europeen Plongée, holte mich von der Bushaltestelle hab und brachte mich zu meiner Unterkunft. Die Unterkunft lag in einer ganzen tollen Gegend am Hafen mit toller Aussicht. Am Tag des Tauchganges holte mich Jeremy wieder ab und wir fuhren zur Tauchschule. Dort traf ich auf seine Frau Delphine (die mein Tauchbuddy war) und auf 3 weitere Deutsche. Wir waren eine tolle Truppe und die beiden Tauchgänge waren spitze. Wir sahen viele grosse Zackenbarsche, Moränen und Barrakudas. Das Wasser war jedoch mit 17 Grad bei 20 Meter tiefe sehr kalt. Unsere Tauchgänge fanden um die Insel Port Cros statt, welche als Nationalpark gilt. Zum Mittag besuchten wir das Restaurant auf der Insel. Nach dem Tauchgang sassen wir noch alle beisammen und tranken ein Bier bevor es für mich weiter nach Marseille mit dem Zug geht. Hyères ist ein toller Ort. Ich würde ich auf jeden Fall noch einmal herkommen und eventuell ein altes Wrack oder sogar ein Flugzeug bei einem Tauchgang entdecken wollen.


Marseille – schwarzes Vanilleis auf der Frankreich Rundreise
In meinem Hostel in Marseille lernte ich am ersten Abend direkt Itahisa kennen. Wir verbrachten den Abend bei ein paar Bier am Hafen und schauten Strassenmusikern zu. Ita ist 25, von Teneriffa und arbeitet als Lehrerin in Frankreich. Derzeit ist sie am Reisen. Wir beschlossen auch den nächsten Tag gemeinsam zu verbringen und hatten einen lustigen Tag in der Stadt. Wir waren bei der Basilika de Notre Dame de la Gard mit einer tollen Aussicht auf Marseille (einer der schönsten Basilika die ich jemals mit besichtigt habe – und das waren einige), assen schwarzes Vanille Eis (welches furchtbar schmeckte) und waren am Abend mit ihrem bekannten Jorge aus Argentinien in einer spanischen Bar tanzen. Auch das erlebt man während einer Reise durch Frankreich. Das Land ist kunterbunt.


Sur le Pont d‘Avignon
Während meiner Frankreich Rundreise mit dem Backpack ging es dann für mich weiter nach Avignon, welches mich mit Baustellen in Empfang nahm. Am Hostel angekommen musste ich 2 Stunden warten, weil dies erst um 17 Uhr öffnet. Avignon selbst war sehr beeindruckend. Eine mittelalterliche Stadtmauer umringt die ganze Stadt, inmitten des Palais des Papes. Ich wusste nicht, dass zu Beginn des 14. Jahrhunderts der Papst hier seinen Hauptsitz hatte. Und natürlich besichtigte ich die Pont St-Bénezet. Die berühmte Brücke aus dem Kinderlied „Sur le Pont d‘Avignon“.


Pont du gard, Nîmes und Carcassonne – auf den Spuren der Römer
Die römische Städte, der Pont du gard, gehört auch zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die 21 km lange Brücke wurde um 19 v. Chr. angelegt, diente zum Transport von Wasser und gehört einem 50 km langen Kanalsystem an. Man kann um und auf die Brücke gehen. Weiterhin wird in einem hübschen Museum erklärt, wie die Brücke gebaut wurde – natürlich alles von Hand. Danach fuhr ich mit dem Bus weiter nach Nîmes. Dort kann man Les Arenes besichtigen. Eine zweistöckige, sehr gut erhaltene Arena mitten in der Stadt. Da ich mit meinem Reiserucksack unterwegs war, durfte ich leider nicht rein und ich habe niemanden gefunden, wo ich hätte mein Gepäck abstellen können. Also ging meine Reise weiter nach Carcassonne wo ich eine Nacht blieb. Carcassonne ist bekannt durch die mittelalterliche Festung, auch genannt Cité. Ihr Ursprung lag in gallo-römischer Zeit; ihr Ausbau zur Festung erfolgte im Mittelalter. Die Festungsstadt ist von einer doppelten Mauer (je etwa drei Kilometer lang mit insgesamt 52 Türmen) umgeben. Die Hauptgebäude im Innern der noch bewohnten Cité sind eine Burg (Château comtal) und eine Kirche (Basilique Saint-Nazaire). Die Cité lebt also immer noch mit vielen Restaurants und Geschäften. Natürlich hat sich auch ein Künstler, sogar Schweizer, auf der Burg mit gelben Inszenierungen verewigt. Es war ein richtig schöner Tag mit wunderbarer Aussicht bis auf die Pyrenäen.


Kunst und Musik in Bordeaux
Meine Rundreise brachte mich weiter bis nach Bordeaux. Mein Hostel ist super und ich habe viele Leute kennengelernt. Am Dienstag waren wir bei einem kleinen See nahe der Stadt baden, lagen danach in „the mirror“ ein Wasserspiel mit Fontänen in der Stadt und waren am Abend wieder am Fluss Goronne. Wir assen Baguette mit Wurst und Käse, machten Musik oder sahen den unzähligen Strassenkünstlern beim Musik machen zu. Man trifft in Hostels so viele verschiedene Menschen, die alle ihre eigene Geschichte erzählen. Und sie kommen von überall her: Amerika, Kanada, Neuseeland, Australien, Japan, China, Dominikanische Republik, Peru, Argentinien, Libanon, Griechenland, Belgien, Schottland und England. Christina aus Amerika, die mit 40 nochmal den Jakobsweg laufen wollte, oder der Belgier Matti, der von Belgien nach Senegal mit seinem Fahrrad und Kanu unterwegs ist. Am nächsten Tag war ich mit Glenn aus Belgien Bordeaux erkunden. Unter anderem waren wir im Musée du vin. Die Geschichte des Weins in Bordeaux wurde in einem ehemaligen Weinkeller erklärt und natürlich gab es auch eine Weinprobe. Am Abend wurde vom Hostel aus ein Pub Crawl organisiert. Mein kleines Highlight war, dass einer der Barkeeper aus Fidschi war. Ich habe zuvor noch nie jemanden aus Fidschi getroffen, ausser natürlich in Fidschi selbst.


Wunderschöne Schlösser im Loire-Tal
Mit dem TGV ging es weiter nach Tours ins Loire-Tal. In Tours habe ich für 2 Nächte ein Airbnb-Zimmer gebucht und es erwies sich als Glücksgriff. Meine Gastgeberin Anni ist eine ältere Dame mit einer Katze. Die Wohnung ist riesig, mit vielen Türen und auffällig vielen Stühlen. Ein buntes Potpourri. Anni ist seit 40 Jahren Yoga Lehrerin und lebt dies durch und durch. Sie spricht kein Englisch und ist für mich perfekt zum Französisch lernen. Den ersten Abend verbrachte ich in der Wohnung, war einkaufen und habe mir Essen gekocht. Ich genoss es am Abend, hinter mir die Tür zu schliessen und mein eigenes Zimmer zu haben. Am nächsten Tag habe ich einen Ausflug gemacht und bin mit dem Zug nach Azay-le-Rideau gefahren. Das Loire-Tal ist bekannt für seine vielen hübschen Schlösser. Das Schloss in Azay-le-Rideau wurde im 16. Jhd. erbaut, liegt auf einer kleinen Insel im Fluss Indre und zählt zu den zauberhaftesten und romantischen Schlössern Frankreichs.


Beeindruckende Normandie – Le Mont Saint Michel und Etretat
Am darauffolgenden Morgen machte ich mich auf nach Le Mont Saint Michel. Nach 3 Mal umsteigen erreichte ich das nahe gelegene Dol de Bretagne. In Dol de Bretagne hatte ich ein tolles neues Hostel und einen ganzen Schlafsaal für mich alleine. Am nächsten Tag ging es dann mit dem Bus nach Le Mont Saint Michel. Eine alte Festung mitten im Wasser oder wie bei mir im Sand, da gerade Ebbe war. Besonders spannend sind die vielen Gässchen und die Abtei auf dem höchsten Punkt.
Nach der Burg ging es dann per Bus, Zug und Mitfahrgelegenheit endlich an mein Ziel – Étretat. Die Anreise war also ziemlich kompliziert. Seit einigen Wochen wurde mir dieser Ort immer wieder von anderen Reisenden empfohlen. Und ich wurde belohnt! Unfassbar, dass dieser wunderschöne Ort nur beiläufig in meinem Reiseführer erwähnt wird. Ich machte eine 12-km-Wanderung über die Klippen von Étretat. Seht selbst. Die Bilder sprechen für sich – unglaublich schön. Danach belohnte ich mich mit einer Abkühlung im Meer. Mit 18 Grad Wassertemperatur doch recht frisch.


Paris – letzter Halt der Frankreich Rundreise
Von Étretat aus ging es mit dem Zug zurück nach Paris, wo ich die letzten Tage meiner Rundreise durch Frankreich verbrachte. Da ich schon öfter in Paris war, machte ich nur eine kleine Runde zu den bekanntesten Plätzen. Ich lief zum Eiffelturm sowie dem angrenzenden Park Jardin de la Tour Eiffel, zum Louvre Museum, indem ich das Porträt der Mona Lisa schon einmal betrachten durfte, der wunderschönen Kirche Notre-Dame, sowie dem Arc de Triomphe, an dem ich bereits einmal Silvester feierte. Paris ist immer wieder eine Reise wert.

Fazit
Mit dem Backpack durch Frankreich zu reisen für eine Frankreich Rundreise, ist sehr angenehm und einfach. Der gut ausgebaute öffentliche Verkehr mit Bus und Bahn hat immer reibungslos geklappt. Ich empfehle dir dafür, die App SNCF herunterzuladen, mit der du bequem nach Zügen suchen kannst und diese auch direkt buchen kannst. An fast allen Bahnhöfen in Frankreich hat es ausserdem kostenloses Wi-Fi. Über die App BlaBlaCar habe ich mir Mitfahrgelegenheiten gesucht, falls es keine passenden Zug oder Busverbindung gab. Hier stösst man auf viele hilfsbereite Franzosen, die gerne mehr von ihrem Land und der Kultur Auskunft geben.
Welchen Ort in Frankreich würdest du gerne bereisen? Schreib es mir in die Kommentare!
